Regelschule Gößnitz 

 
   
 
     
 
 
q-siegel re 2013 lang.jpg
Projekttag Migration und Integration PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail

"Nochmal so was"

Am Montag, den 14.12.2015 fand ein Projekttag „Migration und Integration“ an der Regelschule in Gößnitz statt. Eingeladen  waren zu diesem Tag insgesamt 25 Asylbewerber und Flüchtlinge aus Gößnitz, Schmölln und Altenburg, welche derzeit am Sprachkurs des Innova Sozialwerk e. V. teilnehmen. Sie kamen aus Eritrea, Somalia, Syrien, dem Irak und Afghanistan.

Der Projekttag wurde vom Lokalen Aktionsplan Altenburger Land (LAP) finanziert. Der Kreisjugendring sowie der Fachdienst Jugendarbeit / Kindertagesbetreuung haben dabei großartige Unterstützung und Hilfestellung geleistet.

Initiiert wurde dieser Tag durch eine Vorbereitungsgruppe der Regelschule, an welcher die Schulsozialarbeiterin Juliane Heidenreich, die Schulleiterin Annegret Müller, Lehrerinnen und Lehrer sowie Praxissemesterstudentinnen eingebunden waren.
Unsere Schulleiterin verdeutlichte das Ziel des Projekttages folgendermaßen: „Wir wollten umfassende Informationen an die Kinder und Jugendlichen geben und gleichzeitig einen Raum der Begegnung schaffen. Erst wenn man Kontakte herstellt und aufhört nur nebeneinander her zu leben, kann man echtes Verständnis füreinander entwickeln.“

Unser Projekttag war pro Klassenstufe in verschiedene Bausteine unterteilt. Es wurde miteinander Sport getrieben, gebastelt, Theater gespielt, gesprochen, gegessen. Es wurde sich erkundigt und diskutiert. Es wurde gelacht, man war traurig und emotional bewegt. Alle Schüler erlebten Unterschiedliches in der Begegnung mit Flüchtlingen und Asylbewerbern. Und sie erlebten bei den unterschiedlichsten Aktivitäten dennoch viel Gemeinsames.

Außerdem waren Menschen eingeladen, die den Schülerinnen und Schülern ihre Arbeit und den Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern näher brachten. Von Familie Knapp aus Gößnitz erfuhren die Schüler, wie sich eine Migrantin von den Philippinen, die seit 1999 hier lebt und arbeitet, in Deutschland fühlt, was sie freut und ärgert, wie ihr Ankommen damals  aussah und sich ihr Leben jetzt anfühlt. Zum anderen war Herr Geidel, Bundesfreiwilligendienstler der Migrationsberatungsstelle der Diakonie Ostthüringen, zu Gast. Er erzählte von seiner Arbeit mit Migranten und beteiligte sich an einer Fragerunde. Herr Prehl, ein Rechtsanwalt aus Ponitz, brachte den Schülern die rechtlichen Bedingungen und Fachbegriffe des Asylrechts näher. Er schilderte auch authentische Flüchtlingsschicksale, die Schüler oberer Klassen betroffen und äußerst nachdenklich machten. „Was würdet ihr tun, wenn der IS in Gößnitz eure Familie terrorisiert?“, fragte Herr Prehl die Schüler. Die Flucht als logische Folge eines Terrors, den man nicht mehr erleben mag, rückte damit ganz nah an die Schüler ran. Ohne Angst um sein Leben und in Frieden leben zu können, wurde plötzlich ganz wertvoll für die Jugendlichen.

Viel zu lachen gab es mit Herrn Przetak, Theaterpädagoge der Theaterfabrik Gera. Er führte mit den Kindern und Jugendlichen sowie unseren Gästen kooperative und methodische Übungen durch und baute dadurch Vorurteile und Ängste ab. „Macht eure Sinne und Herzen auf, beobachtet einander, dann wird das auch was“, rief er allen Mitmachenden zu.

Ein interkulturelles Fußballspiel sowie verschiedene Staffelspiele, Filme und Dokumentationen für die Jüngeren rundeten den Projekttag ab.

Für das leibliche Wohl aller Gäste und Beteiligten war eine Kochgruppe verantwortlich. Diese kochte gemeinsam mit drei Frauen aus Eritrea und Somalia internationale  Menüs. So ließ man sich eine indische Linsensuppe, Pizza, Salat und eine Quarkspeise munden. Dass die Schüler des Kochteams Englisch sprechen mussten, wurde als Herausforderung verstanden und gern angenommen.

Zum Abschluss wurde an alle Gäste eine Weihnachtsgrußkarte mit guten Wünschen für die kommende Zeit verteilt. Dafür wählten wir Worte von Martin Luther King aus:

Die Botschaft von Weihnachten:

Es gibt keine größere Kraft als die Liebe.
Sie überwindet den Hass. Wie das Licht die Finsternis.

Gut gelaunt verließen alle Beteiligten an diesem Tag die Schule. Denn es war ein Tag, an dem Unvoreingenommenheit und Verständnis zwischen den Gößnitzer Schülern und den Flüchtlingen gewachsen waren und ein Tag, an dem Vorurteile eine Stück weit beiseitegeschoben wurden. Es war ein Tag, an dem neue Einsichten eine Chance hatten und ein Tag, den die Beteiligten als wichtig, interessant, schön oder auch cool empfanden.

Zwei Tage später wurde zu einem Markt der Möglichkeiten deutlich, was in den Köpfen der Schüler seit dem Projekttag geschehen ist. Gedanken und Einsichten, die in ihrer Wärme, Zuneigung und Deutlichkeit zu Herzen gehen und die zeigen, was erreichbar ist, wenn wir uns auf den Weg machen und direkte Begegnung und Kontakt suchen.

Da gibt es Plakate, Wandzeitungen und eine Fotowand zu bestaunen. Eine Wand mit Gedankensplittern der Schüler am Ende des Projekttages zeigt eine große positive Vielfalt. Kürzere und längere Gedichte machen einen froh oder betroffen. Hände der Kinder, beschrieben mit Wünschen für unsere Flüchtlinge, lesen sich wie ein Appell an die Politik. Vieles mehr ist noch zu sehen.

Diese Ausstellung, die am Mittwoch eröffnet wurde, ist in der Weihnachtszeit in der Gößnitzer Kirche und noch bis Ende Januar 2016 in der Schule zu sehen.

Alle Beteiligten hatten großen Spaß an unseren Projekttagen und es gab ein großes positives Feedback. Außerdem lernten die Schüler sowie unsere Gäste viel voneinander und miteinander. Wir sind froh über einen Tag mit interessanten Begegnungen und danken allen Beteiligten herzlich für ihr Hiersein und Mitmachen, für ihre Freundlichkeit und ihre Unterstützung, für ihr Lächeln und ihre Zuneigung.

Viele Schüler äußerten den Wunsch: NOCHMAL so etwas!

 Einige Elfchen (=Gedichte aus 11 Wörten) sollen diesen Rückblick auf unseren Projekttag beschließen. Sie stammen aus der Feder von Schülern der 6. Klassen.

Montag
Flüchtlinge kommen
alle waren misstrauisch
dann gemerkt: sind nett
Veränderung

Project day
friendly people
they are nice
it was much fun
beautiful

Freunde
man sollte
nicht rassistisch denken
sind Menschen wie wir.
Toll

Flüchtlinge
Erwachsene, Kinder
sie erzählen viel
sie sind sehr freundlich
Dankeschön

Menschen
Sie sind
um zu fliehen
einen langen Weg gegangen
Freunde

Kennenlernen,
neue Freunde,
sehr nette Menschen
hatten eine tolle Erfahrung.
Schön.

Projekt_Migration_10 zum Start der Diashow Bild anklicken

 
 
 
Copyright © 2017 Regelschule Gößnitz. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.
Design by reise-buero-augsburg.de & go-windows.de